Tipps und Tricks

Preiskalkulation

4. 4. 2014 Tipps und Tricks von Butzeria

Hallo Ihr Lieben

Seit vier Jahren bin ich Selbständig tätig im Bereich Textil- & Papierdesign und seit dem ersten Tag meiner Selbständigkeit ist natürlich das Thema Preiskalkulation sehr wichtig und ein (manchmal sehr leidiger) Hauptbestandteil meiner Arbeit. Lieber würde ich doch meine Zeit mit Entwerfen und Herstellen verbringen und wenn dann meine Kunden noch den richtigen Preis einfach so erraten und bezahlen würden, wäre es traumhaft. Aber eben, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre.... ;o)

Bei vielen von uns hat es sicherlich zuerst als Hobby angefangen und da die Materialien teuer sind, war sicher mal die Idee da, ich verkaufe es dann habe ich wenigstens etwas ans Material dran. Denke, dies ist sicher ein guter Einstieg, solange seine Sachen an Freunde, Familie und Kollegen verkauft. Sobald man aber auf einer Plattform wie Ansalia.ch einen Online-Shop eröffnet und / oder auf Märkte geht, ist der Zeitpunkt gekommen, seine Preise neu zu kalkulieren, auch wenn man es "nur" als Hobby machen möchte. Doch jetzt ist der Zeitpunkt wo man sehr viel Zeit in sein Hobby investiert und auch einen grösseren Aufwand betreibt um neue Kunden zu finden. Und wie gut tut es wenn man seinen ersten Verkauf getätigt hat??

Und doch, wie soll ich meine Preise kalkulieren? Was muss ich alles beachten? Bin ich jetzt zu billig, zu teuer? Verkauf ich dann überhaupt noch? Es reicht doch Fr. 18.-- für ein Päärli handgestrickte Socken in der Grösse 38, oder etwa nicht?
Darf/muss ich mir einen Lohn mitrechnen, wenn ja, wie mach ich das?

Kennt Ihr diese Fragen? Habt Ihr da auch Eure Probleme damit? Was sind Eure Erfahrungen mit der Preiskalkulation? Habt Ihr auch schon bei der "Konkurrenz" geschnüffelt? Braucht Ihr da Hilfe? Seit Ihr Froh um Tipps und Tricks?

Lasst doch mal hören, falls zu diesem Thema Bedarf besteht, werde ich gerne mal aus meiner Kiste auspacken und erzählen.....

Liebe Grüsse
Meret

UPDATE:

Vielen Dank für Eure zahlreichen Kommentare und Inputs. Sehr spannend was da alles zusammen kommt!

Zuerst möchte ich Euch mein Grundgedanke zur Wertschätzung sagen:

Jeder von uns möchte Wertschätzung für seine Arbeit und seine selbsthergestellten Produkte.

Aber wertschätzen wir unsere Arbeit und unsere Produkte selber genug?

Wie wirkt dass auf Euch, wenn ich wunderschöne handgestrickte Socken in Grösse 38 aus Wolle mit Seidenanteil und einem aufwändigen „Löchli“ (Ajour) Muster für CHF 10.00 zum verkauf anbiete?

Seht Ihr dann meine eigene Wertschätzung für meine Arbeit?
Die CHF 10.00 zahlen vermutlich viele, schliesslich ist es ja ein Schnäppli, aber würden diese Socken dann mit
Wertschätzung getragen und gepflegt oder werden sie genau so behandelt als wären es industriell Hergestellte und in Massen produzierte Socken?

Dazu kommt, seit ganz ehrlich zu Euch, was würdet Ihr denken, wenn Ihr solch einem Angebot über den Weg läuft?

Irgendein der folgenden Gedanken würden Euch doch auch durch den Kopf gehen:
Kann das sein, dass für diesen Preis wirklich Seide drin ist? Da hat es doch sicher irgendein Mängel, der sie v
erdecken möchte, irgendetwas muss doch hier falsch sein sonst wären diese Socken nicht so günstig. 

Was denkt Ihr darüber?

Dies mal für Heute. Mehr folgt morgen.

 

Kommentare
sternensilber16. 6. 2014
13:38
sternensilber

hier hab ich gestern auf pinterest gefunden: Pricing Formula ::: time + materials = cost ::: cost * 2 = wholesale price ::: wholesale price * 2 = retail Price

sternensilber16. 6. 2014
13:35
sternensilber

hier hab ich gestern auf pinterest gefunden: Pricing Formula time + materials = cost cost * 2 = wholesale price wholesale price * 2 = retail price

Butzeria2. 6. 2014
20:46
Butzeria

liebe matroshka! kann dir nur beipflichten, du bringst es genau auf den Punkt! vielen dank!

sternensilber16. 5. 2014
10:55
sternensilber

liebe matroshka! du bringst es genau auf den punkt!!! ♥-lichen DANK!!!!

LiebDings16. 5. 2014
09:38
LiebDings

...danke liebe matroshka! genau deshalb würde ich es wichtig finden das wir uns auch offline, gemeinsam an einem tisch der thematik annehmen.

matroshkadesign16. 5. 2014
09:15
matroshkadesign

Ich klinke mich hier mit meinen Gedanken auch noch rein. Ich hab den Kalkulations-Blogeintrag von SandrasSamos gelesen und kann dem voll und ganz zustimmen! Wenn ich durch die Online-Portale schaue fällt mir immer wieder auf, dass die handgemachten Kreationen zum grössten Teil viel zu günstig, ja fast zu Schleuderpreisen, verkauft werden. Und wisst ihr was? Wir haben es selbst in der Hand ob man in Zukunft für handgemachtes mehr bezahlt bekommt oder nicht..ganz klar, wenn wir selber der Meinung sind, dass ein angemessener Preis zu hoch ist und wir uns immer im unteren Preissegment platzieren, dann brennt sich das bei den potentiellen Kunden auch so ins Gedächtnis..aber wir sind keine Kaufhaus-Ketten die Material zu 1000-enden in Osten einkaufen können. Und wir schämen uns, wenn wir sehen wie die ArbeiterInnen in solchen Ländern zu arbeiten haben und für welchen Lohn..uns selbst aber verrechnen wir selber Billigst-Löhne..das geht irgendwie nicht auf :( - Meine Preise sind im Vergleich zu dem was ich so sehe auch eher im oberen Segment...ich steh voll und ganz dahinter da ich weiss wie viel Wert die Rohmaterialen haben, wie wertvoll meine Zeit ist die ich darin investiere und was alles in den Preis miteinkalkuliert sein muss..und für mich ist es nicht nur Hobby, ich möchte etwas verdienen mit meinen Kreationen. Auch stellt jede von uns meist Unikate her..hei, UNIKATE keine zu 1000-enden produzierten Täschli aus China!! Ich glaube das wesentliche was dem Handgemachten-Markt fehlt ist eine gesunde Portion Selbstvertrauen, dass das was wir machen nicht "NUR" Handarbeit ist, sondern das wir sehr viel mehr zu bieten haben: Kreativität, Unternehmertum, Handwerk erhalten, Einzigartigkeit anstatt Einheitsbrei, hohe Qualität etc. Ich wünsche mir, dass die Gemeinschaft der Kreativen Anbieter es schafft mit ihrer Einstellung und Auftreten das Bild des "Selbstgebastelten" durch das Bild des "Wertvolles Handwerk" ersetzen zu können! (Der Begriff den der Blick da gewählt hat, zeigt grad die Problematik, wie unser Schaffen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird..und ist alles andere als gerechtfertigt).

CreativArt8. 5. 2014
15:28
CreativArt

Habe all eure Interessanten Beiträge gelesen.Nun möchte ich auch noch gerne ein paar Zeilen dazu schreiben.Die Preispolitik ist ein endloses Thema,nicht nur bei uns Hobby Künstlern,sondern auch im Detailhandel.Ich habe viele Jahre im Detailhandel gearbeitet,zum Teil war ich auch zuständig für die Preiskalkulationen.Ich gestalte Karten und da habe ich auch lange überlegt,wie und wieviel darf ich verlangen.Auch habe ich bei der Konkurrenz ein wenig vorbei geschait.Meine Preise sind zum Teil etwas höher,aber ich verkaufe nicht schlecht.Hier auf ansalia muss ich noch bekannter werden,aber alles braucht Zeit und Geduld.Was ich oft mache ist ein Preisvergleich beim Materialeinkauf.Weil da gibt es zum Teil riesen grosse Differenzen für das gleiche Produkt.Würde ich die die Arbeit voll und ganz dazu rechnen,wären die Karten zu teuer.So deckt es mir das Material,den Anteil auf ansalia inkl.Werbung und ein kleiner "Batzen" gibt noch meistens dazu.Oftmals wollen die Kunden für was selbstgemachtes nicht viel ausgeben,aber wenn man den Leuten dann erklärt,wieviel Zeit man investiert und das Material auch seinen Preis hat,bezahlen sie auch den höheren.Einen Kundenstamm aufbauen braucht viel Geduld.Aber ich bin überzeugt,dass wir alle das schaffen werden!Ansalia ist eine super Plattform für uns kreative Leute.

MalusSchoeneWinzigkeiten29. 4. 2014
20:57
MalusSchoeneWinzigkeiten

Ich betreibe meine Näherei aus Lust und Laune und das Sparkässli meiner Tochter- dementsprechend kalkuliere ich Material (gebe keine Schnäppcheneinkaufspreise weiter) plus Einstellgebühr und meinen Arbeitslohn. Die Sachen sind keine Schnäppchen gleichzeitig will ich aber, dass sich viele Mamis meine schönen Winzigkeiten für ihre Babys leisten können und nicht nur die gut betuchten... Wenn ich davon Leben müsste würde ich anderst kalkulieren müssen und oft wundere ich mich bei Dingen die noch günstiger sind, ob die evtl. gegen den reinen Materialwert aus Spaß verkauft werden:-)

Siebenzahn19. 4. 2014
11:18
Siebenzahn

Hab mich jetzt gerade von oben nach unten durchgelesen: Vielen Dank für das "Anzetteln" dieser spannenden Diskussion! Ich finde es auch wirklich schwierig den richtigen Preis zu finden... Der schlimmste Fehler ist für mich, wenn man die Produkte zu Schleuderpreisen hergibt (das ist ja reiner Hohn gegenüber der eigenen und der anderen Arbeit-Wertschätzung). Wie auch Sabidou schon geschrieben hat, ist es so wichtig selbstbewusst zu seinen Preise zu stehen. Und es wird immer welche geben, die die Produkte interessiert beäugen und nach Preisentdeckung die Nase rümpfen und weitergehen, aber auch die anderen, die den Preis völlig gerechtfertigt finden und gerne soviel bezahlen.

strickARTspitze18. 4. 2014
10:32
strickARTspitze

Liebe Vestacreations, ich stimme deinem vorigen Beitrag zu. Meistens wissen meine Kunden sowieso, dass meine Sachen zeitintensiv sind. Über die ungefähren Arbeitszeiten für ein Artikel gebe ich nur Auskunft, wenn sie danach fragen oder näheres über die Herstellungsweise erfahren möchten. Und da ich es ja gerne mache, spielt die Zeit für mich keine wesentliche Rolle. Ich möchte einfach ein schönes Produkt herstellen, an dem die Kunden Freude haben und das sie bezahlen können.

cofanettli18. 4. 2014
09:54
cofanettli

Hallo butzeria, sicher möchte ich deine Tipps zum Thema weiterhin lesen. Es ist auch gut, wenn von mehreren Seiten beleuchtet wird. Dass es ein Bedürfnis ist, zeigt sich in den vielen Beiträgen hier. Dabei gibt es vieles, das grundsätzlich ist. Aber einiges scheint auch von der Produkte-Sparte abhängig zu sein.

Vestacreations18. 4. 2014
08:43
Vestacreations

Ein Grossteil der Kundschaft lässt sich leider von den langen Arbeitszeiten, welche wir für die Herstellung unserer Kreationen brauchen, nicht beeindrucken. Was zählt, ist das Produkt, und das möglichst günstig. Ich brauche dieses Argument nicht mehr, es kann auch abschreckend wirken.

beasallerlei17. 4. 2014
20:00
beasallerlei

Oder vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass auch für Kunden ersichtlich ist, wie wir unsere Preise machen und wir nicht einen Stundenlohn verrechnen können....... Ich kommuniziere das auch meinen Kunden, das ich für meinen längsten Loop, mit 3612 Knoten mind. 48h reine Arbeitszeit habe und dann können sie selber ausrechnen was ich für einen h/Lohn habe, wenn dieser Loop 91.- kostet, da ist der Materialpreis ja auch noch dabei.... Jetzt seid ihr sicherlich gespannt, wie dieser aussieht..... wenn nicht Verkauft kommt er im Herbst auf ansalia.......

MarcyBlue17. 4. 2014
18:44
MarcyBlue

Es wäre deshalb gut, gerade weil die Kunden hier auch mitlesen, wenn es eine interne Plattform für solche Diskussionen gäbe.

sternensilber17. 4. 2014
18:29
sternensilber

so wie das aussieht.... bin ich die einzige ;O)))

sternensilber17. 4. 2014
10:50
sternensilber

hey butzeria! ich würde sehr gerne deine Tipps lesen!

Butzeria17. 4. 2014
08:22
Butzeria

Hallo Zusammen, da ihr ja einen Workshop organisiert, soll ich überhaupt noch weiter machen hier? und etwas kleines, aber wichtiges nebenbei: Seit Euch doch bitte einfach bewusst, dass sich auf Ansalia.ch auch Kunden bewegen und diese auch zugang zu diesem blog haben....

sabidou15. 4. 2014
21:02
sabidou

Diese Diskussion finde ich sehr spannend! Genau dieses Thema liegt mir auch sehr am Herzen. Ich verkaufe seit vielen Jahren meine genähten Artikel auf Märkten und auch schon jahrelang im Internet. Mittlerweile ist das Ganze auch finanziell einigermassen lohnenswert - was aber die ersten Jahre gar nicht der Fall war - und leben könnte ich davon nicht. Ich denke, jeder muss mit sich und seinen Produkten wachsen. Als ich angefangen habe, hatte ich oft das Gefühl, ich müsste mich für meine (damals noch tieferen) Preise rechtfertigen. Mit den Jahren habe ich gelernt, selbstbewusst den Preis meiner Artikel zu nennen. Meine Artikel und meine Arbeit und schliesslich ich selbst sind es mir wert. Wem die Preise zu hoch sind, muss es ja nicht kaufen. Unsere handgemachten Sachen sind in keiner Weise mit der Massenware ab Stange zu vergleichen. Es gibt die Kundschaft, die lieber mehr bezahlt (und sich auch gar nicht explizit nach dem Preis erkundigt), dafür aber auch ein exklusives, oftmals einmaliges Produkt besitzt. Mit den teilweise krass tiefen Preisen habe ich natürlich auch meine Mühe, vor allem auch an den (mittlerweile viel zu vielen) Koffermärkten. Ich finde das für alle, die sich wirklich etwas aus (ehrlicher) Kalkulation machen, ziemlich ungerecht. Natürlich fällt es mir nicht bei allen Produkten einfach, angemessene Preise festzusetzen. Diese aufwändigeren, schwierig einzuschätzenden Stücke nähe ich dann aber lieber als schönes Geschenk oder eben nur in ganz kleinen Mengen. Liebe Grüsse Sabina

TheCrocheter14. 4. 2014
09:28
TheCrocheter

Stricken, häkeln und andere aufwändige Verfahren lassen sich leider nicht zu Preisen verkaufen, von denen man auch nur annähernd leben kann. Die Herstellung geht viel zu lang und die Technik kennen viele, ist also nicht exklusiv. Man müsste dem Produkt mit dem Design, der Vermarktung (eigene Homepage, teure Läden) Exklusivität verleihen, damit höhere Preise bezahlt werden. Wie beasallerlei schreibt, sieht die Kundschaft oft den Unterschied nicht, gross = teurer, klein = günstiger, dabei ist klein oft aufwändiger. Generell bin ich der Meinung, dass wir Frauen zu günstig verkaufen. Auch eine Häkelarbeit (oder was auch immer) hat ihren Wert. Ausserdem kalkulieren wir ganz viel nicht, nebst der Herstellung selbst, dem Material, dem Ausdenken, Ausprobieren, ist ja auch ein Tag an einem Markt Zeit, das Hinfahren, Zurückfahren, die Werbung, dann wären da noch unbezahlte Ferien- und Krankheitstage, Steuern usw. Ich habe mal grob ausgerechnet, dass ich, so wie ich meine Produkte jetzt verkaufe, und ich 8 Stunden am Tag häkeln würde, CHF 860.- im Monat verdienen würde... mmmhhh, also auch bei doppeltem Preis weit weg von einer Existenz. Aber lassen wir das, haben wir doch Freude, wenn jemand Gefallen findet an unseren Produkten und sie kauft/trägt. Versucht trotzdem den höchst möglichen, noch annehmbaren Preis zu setzen! Euer Produkt ist wertvoll!

LiebDings13. 4. 2014
13:21
LiebDings

Hallo zusammen, finde die Diskussion super spannend und hilfreich. Auch die Umrechnungsfaktoren der DIY-Läden die ihr bekommen habt finde ich vom Ansatz her perfekt und absolut gerechtfertigt. Nur-wir werden mit den hohen Preisen kaum einen Absatz haben. Meine Frage an euch: Soll ich einen Workshop Organisieren an welchem wir diese Punkte mal persönlich miteinander diskutieren und wir, wer mag, die Karten offen legen wer wie rechnet? Ich glaube, grad jetzt mit diesem (ist-mir-nicht-ganz-geheuer) Boom der Koffermärkte wäre es wohl wichtig unsere Arbeit zu schützen. Wenn wir beginnen uns gegenseitig die Kunden mit Dumping Preisen weg zu nehmen, dann überlebt keine von uns. Werde gleich ein in der Rubrik Blog das Thema Workshop Preise & Co. eröffnen und euch dort ein paar Bedarfsabklärungs-Fragen stellen. Herzlichst, ★ Franziska

beasallerlei13. 4. 2014
12:26
beasallerlei

aphie du sprichst mir aus der Seele!.... Ich habe es sehr geschätzt das Blick am Abend als einzige Presse über die Wimpel Aktion berichtet hat, aber dieses "Selbstgebasteltes" hat mich wirklich auch gestört! Ja was ist denn eigentlich der Unterschied? vielleicht müssten wir diesen Punkt auch mal Diskutieren;-)..... Auch ich schreibe meine Filetgeknüpften Handarbeiten mit der Anzahl der geknüpften Knöpfe an... Ich brauche sie nicht um den Aufwand zu Zeigen sondern um den Preis zu berechnen. Da ich keinen Preisvergleich machen kann, weil diese Handarbeit am Aussterben ist! Ich kenne niemanden der diese Handarbeit mit den gleichen Materialien anwendet wie ich. Daher musste ich mir überlegen wie ich einen Preis rechtfertigen kann. Für einen Loop aus Sommergarn oder Seide muss ich mehr Knöpfen knüpfen als ein Winter Loop aus dicker Wolle. Ist in der Hand und Optisch aber weniger..... aber sicherlich nicht weniger Wert, da eben 3x soviel Knöpfe.....

AnninakisArt13. 4. 2014
12:14
AnninakisArt

Hallo aphie, die Wimpelaktion war wirklich genial. Aber genau wie dich hat mich das Wort "Selbstgebasteltes" unglaublich gestört. Das hat so einen abschätzigen Unterton. Kinder basteln, oder man bastelt an irgendetwas rum wenn man nicht genau weiss wie man es anpacken soll. Schade, ich habe mir von dieser Aktion mehr erhofft. Trotzdem allen einen schönen Sonntag!

aphie13. 4. 2014
11:44
aphie

Hallo Ihr Lieben, ich finde es mega interessant, Eure Kommentare zu lesen, Ihr sprecht mir alle aus der Seele... Für meinen einzigen Adventsmarkt-Stand habe ich für meine Lacetücher die Anzahl Maschen ausgerechnet, die ich für das jeweilige Tuch gestrickt hatte. Eine immense Zahl, mit der ich jedes Stück beschriftet hatte. No comment von den potentiellen KäuferInnen. Nebenan gab es ja billige Importware. Stricken, nähen? Pah, das kann ich doch alles selber auch. Und so teuer kann das Material nicht gewesen sein. Eine Erwähnung von der Wimpelaktion in Blick am Abend in Ehren, aber "ansalia, eine Plattform für Selbstgebasteltes"?! Selbstgebastelt. Hm, das tut mir ehrlich gesagt etwas weh. Ich finde das englische Wort craft so schön. Ich weiss auch nicht, aber irgendwie würdigt es die handwerkliche Tätigkeit mehr :-) Ich wünsche allen einen schönen Sonntag, geniesst die Blümchen und Frühlingssonne

MarcyBlue13. 4. 2014
10:14
MarcyBlue

"Wieso wollen sie etwas für die Arbeitszeit... das machen sie doch aus Freude!" Dieser Kommentar der Kundin, - obwohl - diese Dame hat sicher nichts gekauft, macht mich wütend! Und zeigt die Grundeinstellung vieler Leute. Die "Ich-bin-doch-nicht-blöd" Einstellung wird sich wohl auch nicht so bald ändern... Ich selber bewege mich mit meinen Stoffsachen eher im "Globus" Segment und habe schon ganz viele Diskussionen mit anderen Anbietern, aber auch mit Kunden, zum Thema Preisberechnung gehabt. Leider gibt es auch auf Ansalia Anbieterinnen die ihre Sachen verscherbeln, äh, verschenken... Und dabei vor lauter "hach, seit ich Mutter bin...und ich anderen mit meinen Sachen Freude machen kann...und ich einen Ausgleich zum strengen Kinderalltag habe..." nicht bedenken, dass sie Preise kaputt machen. Ist ein Produkt einer Anbieterin die zum Ausgleich näht/strickt weniger wert als jenes einer z.B. Pensionierten? Wir müssen jetzt nicht alle sofort unsere Produkte grad um Fr. 10.00 höher anschreiben, aber GEDANKEN über die WERTSCHÄTZUNG machen. Die strickenden Damen möchte ich fragen, ob es eine Idee wäre, nebst dem Preis den Vermerk: "Zeitaufwand 16Std." anzubringen. Weil auch ich habe keinen blassen Schimmer wie lange man für einen kunstgestrickten Schal braucht! Das wäre doch legitim, oder? Seid lieb gegrüsst und habt einen schönen Sonntag!

Kreativzimmer13. 4. 2014
08:27
Kreativzimmer

Hallo zusammen, Komme nochmals zum Thema stricken. Ich selber stricke auch Tücher mit aufwendigen Muster, die einige Wochen mich beschäftigen, die Wolle dafür suche ich auch in meinen Wollläden des Vertrauens aus und wenn dann ein tolles Tuch fertig ist, kommen die anfragen, Wie teuer ist es. Ja was darf, kann und soll man verlangen, ich habe bis jetzt nur 2 Tücher an der gute Kollegen verkauft, den Rest von Herzen verschenkt. Letztes Jahr war ich aber in meinem Lieblingewollgeschäft und habe da mal nachgefragt, was sie für ein gesticktes Tuch verlangen, denn die Strickt auch auf Auftrag, und die Rechnung war dann folgende: Laufmeeterpreis x 0.40 Fr. + der Wollpreis + Strickmusterpreis = Verkaufspreis. So würde mein Lieblingstuch gute 500 Fr. kosten ! Aber nicht jedes Tuch von mir ist mit 1200 Meter Wolle gestrickt. Doch der Anwendungsfaktor mit der Meterzahl finde ich ich gut. Doch bei Socken kenne ich den Anwendungsfaktor nicht. kann aber mal nachfragen, wenn es gewünscht wird. Schönen Sonntag Muriel

Apricarts12. 4. 2014
18:15
Apricarts

Alle Menschen wollen immer geniale Qualität zu absolut tiefen Preisen. Und wenn sie dann etwas industriell gefertigtes kaufen zu einem Preis, der mir die Tränen in die Augen treibt, und es dann nach zwei Tagen kaputt geht, kommen sie dann zu uns, um es flicken zu lassen. Qualität hat ihren Preis Mädels. Wir müssen uns nicht dafür schämen oder rechtfertigen!

orelie12. 4. 2014
13:36
orelie

Hallo cofanettli , habe gerade dein Kommentar gelesen und kann ihn nur unterstreichen . Wünsche Euch allen ein schönes WE . Liebe Grüsse erica

cofanettli12. 4. 2014
13:29
cofanettli

Hier sind schon viele Kommentare, die mir aus der Seele sprechen. Die Preiskalkulation und die Wertschätzung sind für mich grosse Themen, auch wenn ich nicht vom Verkauf meiner Produkte leben muss. Schon einige Projekte, die ich mit Freude geplant habe, wurden nie realisiert, da ich schon bei der Vorbereitung gemerkt habe, dass ich nicht einmal den Materialpreis dafür erhalten werde. Solches leiste ich mir dann nur noch für ein Geschenk. Ich verkaufe regelmässig auf einem Kunst- und Handwerkermarkt und habe das Gefühl, dass Handarbeit selten (wert-)geschätzt wird. Zwar finden viele Marktbesucher das Angebot schön, aber doch zu teuer, um es sich zu leisten, obwohl ich mich eher an der unteren Preisgrenze bewege. So nehme ich fast nur noch kleinpreisige Artikel mit und habe mich damit stark eingeschränkt. Topp-Kommentar einer Interessentin für eine Tasche: "Wieso wollen sie etwas für die Arbeitszeit... das machen sie doch aus Freude!" Ich finde die Diskussion hier sehr wichtig und werde sie auch weiterhin verfolgen. Lieben Gruss, Verena

SandrasSamos12. 4. 2014
10:09
SandrasSamos

Hallo alle zusammen, ich habe auf meinem Blog www.ardnas80.blogspot.com meine persönliche Art des Kalkulierens aufgeschrieben. Lest doch mal nach!

RamoMari12. 4. 2014
09:56
RamoMari

Tolle Kommentare und super interessant, das ist wirklich ein grosses Thema......

Apricarts11. 4. 2014
09:39
Apricarts

Mias du hast absolut Recht! Ich für mich will garantiert kein "Aldi" sein. Deshalb bin ich auch hier. Jede von uns weiss schliesslich, was wchte Handarbeit wert ist. Ich hab zum Beispiel einer meiner Chunks auf dem Markt verkauft, weil sie's einfach mal ausprobieren wollte. Dann hat sie mich ein paar Tage später angerufen, sie brauche dringend zwei weitere, eigens für sie angefertigte Knöpfe. Ist es nicht genau dieser Service, der uns von den "Aldis" dieser Welt unterscheidet?

strickARTspitze10. 4. 2014
10:33
strickARTspitze

NatureInYourHands und Mias, ich handhabe es auch so und meine Einstellung zu meinem Hobby entspricht auch eurer Denkweise! Es geht mir nicht ums verdienen sondern um ein bisschen Wertschätzung. Ich verschenke auch viel an Bekannte und das macht auch viel Freude!

Mias10. 4. 2014
10:03
Mias

Genau aus den vielgeschilderten Tatsachen, das die Produkte nicht mehr verkauft werden können, wenn man die Zeit berechnet, ist es eben mein Hobby und nicht mein Broterwerb! Ich verstehe alle, die davon leben wollen oder müssen. Aber wenn ich etwas anbiete was eben viele als Hobby betreiben, dann muss ich mich durch irgendetwas hervorheben, dass den höheren Preis rechtfertigt. Und dann wird er auch bezahlt. Bei meiner Preisgestaltung rechne ich Materialkosten, Ansalia-, Marktkosten und ein kleiner "Verdienst" ein, also absolut kein Arbeitsaufwand und gehöre immer noch zu den mittelpreisigen Anbietern und bin teurer als der Detailhandel. Es gibt Märkte da verkaufe ich ganz wenig und auf anderen geht richtig viel. Wenn jemandem, das was man anbietet, richtig gut gefällt, ist der Preis eher 2.rangig. Diese Kunden fragen gar nicht nach dem Preis. Man muss die richtigen Kunden finden und sich einen Kundenstamm aufbauen. Das braucht Zeit und Geduld und ein gutes Selbstbewusstsein. Man kann es nicht allen recht machen!!! Sich selbst und seinem Stil treu bleiben und das produzieren, was einem selbst gefällt und nicht für den potentiellen Kunden, so bleibt man autenthisch und kommt zwar langsam aber stetig weiter. Habt vertrauen zu euch selbst, euren Arbeiten und zu eurem Preis. Ich ärgere mich auch über Billiganbieter oder über schlechte Qualität, Präsentation, Massenproduktion usw. (die dazu dann noch viel besser verkaufen als ich), aber diese finden Ihre Kunden und Ihr eure. Vergleicht den "Handarbeitsmarkt" mit dem normalen Detailhandel (von Aldi über Migros, Globus, Einzelhändler, zur Boutique, Designergeschäft), jeder spricht eine andere Käuferschaft an, von der Preisgestaltung, über Werbung, Auftritt und Standort. So habt auch Ihr eure Kundschaft. Vieleicht nicht heute und nicht morgen, aber übermorgen. Definiere Dich selbst, wer oder was möchtest du sein?( Aldi? Boutique?). Und vertrete und gehe Deinen Weg. Ich wünsche Dir viel Mut und Glück.

NatureInYourHands10. 4. 2014
09:43
NatureInYourHands

SandrasSamos, meine Preise sind nicht tiefer als die meiner Kolleginnen! Ich recherchiere das schon. Und meine Preise sind auf jeden Fall (viel) höher als die in den Läden. Gut, der Unterschied zwischen den Produkten (Natur pur oder Chemie pur ist ja auch gross). Ich meinte nur, dass ich es nicht ganz genau kalkuliere: genaue Zeit pro Charge (denn sie ist je nach Produkt unterschiedlich), Strom, Wasser. Ich nehme immer den Mittelwert. Und alle aus meiner Branche mit denen ich gesprochen habe, machen es auch so. Z.Bsp. war ich kürzlich auf einem Markt, es waren dabei noch zwei Frauen mit gleichen Produktgruppen: Kilopreis war bei uns gleich! Das sind übliche Preise für unsere Produkte und es macht keinen Sinn rauf oder runter zu gehen. Und genau so wie ihr: ich verschenke sehr viel von meinen handgemschten Sachen und verkaufe sie nie unter dem Wert (Warenwert+Wertschätzungswert).

orelie10. 4. 2014
09:19
orelie

Liebe Apricarts und SandrasSamos kann euch nur unterstüzen ,sehe das genau so . In unserer Stadt gibts ein "Wullä-Lädeli ", wenn ich da die Preise sehe werde ich richtig neidisch !!

SandrasSamos10. 4. 2014
08:20
SandrasSamos

@ Natureinyourhands: Du schreibst dass Du keine Arbeitszeit verrechnest, weil Du das Ganze ja als Hobby betreibst. Denke jetzt mal an alle, für die das was für Dich Hobby, knallharter Gelderwerb ist. Du machst denjenigen, die davon Leben müssen das Preisniveau kaputt. Natürlich machst Du das unbewusst und bestimmt nicht absichtlich, aber denke doch mal darüber nach...

Apricarts9. 4. 2014
19:30
Apricarts

Hallo zusammen. Gerne würde auch ich noch ein paar meiner Gedanken hinzufügen. Wie vielleicht die eine oder andere von euch schon gesehen hat, fertige ich so genannte Chunks an. Da es die Materialien in der Schweiz noch nicht zu kaufen gibt, beziehe ich diese bei einer Freundin aus Deutschland. Ich fahre also alle drei Monate nach Deutschland und decke mich mit Material ein. Sie hat eine riesige Auswahl, auch an industriell gefertigten Knöpfen. Ich kaufe aber nur die Rohlinge. Keine fertigen Knöpfe, keine fertigen Druckvorlagen, keine fertigen Bögen, die ich nur noch ausschneiden muss. Ich suche mir meine Bilder stundenlang selbst zusammen, laufe durch die Natur und mache selbst Fotos, bearbeite diese dann und füge sie so zu einem einzigartigen Knopf zusammen. Am Samstag war ich in Bern an einem Handwerkermarkt. Natürlich hab ich die anderen Stände auch angeschaut, und was sehe ich: eine Verkäuferin, die GENAU diese industriell gefertigten Knöpfe als Handwerk verkauft, und das zu einem Preis, den ich schlichtweg nicht unterbieten konnte, wenn ich meine Knöpfe nicht zum Fenster rausschmeissen wollte. Was sagt ihr dazu? Es knabbert schon ein wenig an mir...

beasallerlei9. 4. 2014
19:21
beasallerlei

Liebe allround, ist nicht dass unser Problem!... Für einen guten zweck darf's nicht so viel Kosten!....ich denke das Hilfswerk hätte sicherlich auch die 45.- Fr. genommen..... genau mit dieser Einstellung haben wir doch unsere Handarbeit herabgewertet und den Markt ''kaputt'' gemacht..... und die die nicht für einen Guten Zweck verkaufen können den angemessenen Preis nicht mehr verlangen..... ich gehe schon seit 23 Jahren Hobbymässig auf Märkte und glaub mir ende 90er bis 2006 musste ich mich regelmässig rechtfertigen dass ich (handgemachtes) für mich und meine Familie und nicht für eine Institution verkauft habe.......Zum Glück hat sich das in den letzten Jahren wieder ein wenig gelegt..... Ich glaube wir sind selber schuld das wir nicht mehr verlangen können und Handarbeit auf einem Markt nicht mehr ästimiert wird.

allround9. 4. 2014
18:22
allround

Recht hat die Wollgeschäfts-Inhaberin - aber ich schliesse mich Vestacreations Meinung an: sie wird auf den Socken sitzen bleiben! - ich hab 'meine' gestrickten Socken immer einem Hilfswerk gespendet, die sie für ca. Fr. 20 am Markt verkauft haben. - Für mich wars Zeitvertreib (und eine gute Tat) für das Hilfswerk wars ein netter Zustupf für einem guten Zweck. Wer Fr. 45.- bezahlt für ein paar Handgestrickte Socken darf sich gerne bei mir melden.... Die Kalkulation Material x 4 find ich simpel und umsetzbar.

Vestacreations9. 4. 2014
15:35
Vestacreations

Recht hat sie! Aber in der Realität der Koffermärkte und Internetshops würde sie wohl auf den Socken sitzen bleiben. Boutiquepreise sehen eben ganz anders aus.

beasallerlei9. 4. 2014
15:29
beasallerlei

Hatte gestern eine Preis Diskussion mit der Inhaberin eines Wollgeschäftes. Sie meinte Materialeinkaufspreis x 4 sei das mindeste das man für Handarbeiten (auch als Hobby) Rechnen müsse. z.B. finde sie Handgestrickte Socken unter 45.- gehen gar nicht. Was meint ihr dazu?

Butzeria8. 4. 2014
23:00
Butzeria

Hallo Zusammen! Entschuldigt, dass ich mich nicht gemeldet hab, aber momentan ist der Teufel los und ich werde gerade überhäuft mit anfragen & bestellungen (merken wohl alle, dass ich am DO ins kreativweekend abhaue)... Hoffe ich komm morgen dazu euch etwas neues zum thema reinzustellen! Schlaft gut!

Butzeria7. 4. 2014
19:03
Butzeria

Schön dass Du mir da beipflichtest HeArtDeco! Denke dies ist doch wirklich ein ganz wichtiger Grundsatz, dass wir zu aller erst unsere Produkte wertschätzen und dies aber auch mit einem gewissen Selbstbewusstsein gegen aussen zeigen!

beasallerlei7. 4. 2014
11:52
beasallerlei

Genau wegen dem Zeitaufwand gehen Leider die alten Handarbeitstechniken wie: Klöppeln, Filetknüpfen, Occhi/Frivolite, sowie auch das Kunststricken verloren! Als ich das erste mal meine Filetgeknüpften Loops an einem Markt Anbot hörte ich ab und zu, wie Teuer diese seien. 50.- für einen Loop (aus Wolle mit Alpaka) Handgefertigt in 16 Std.! Als ich mich da mal in einer Schal -Abteilung eines Verkaufshauses (das in der Ganzen Schweiz ansässig ist) um schaute, musste ich feststellen dass da die Schals/Loops zwischen 48.- - 84.-Fr. kosten! Diese siehst du an jedem 3-4. Hals! Da bezahlen Leute solche Preise! Man sieht was Handarbeit bei gewissen Leuten Wert ist...... NUR HANDARBEIT ;-)

NatureInYourHands7. 4. 2014
11:49
NatureInYourHands

Das ist ein sehr interessantes Thema! Ich denke, wenn man eigene Kreationen wirklich als Hobbyprodukte verkauft, ist es sinnvoll die Materialkosten zu berechnen + einen Wert, weil es einzigartiges, mit Liebe hergestelltes Produkt ist dazurechnen. Arbeitszeit... Ich mache es für mich, als Hobby/ Entspannung/ Herausforderung, ich würde es auch machen, wenn ich nichts verkaufen würde. Wenn ich mich selbständig machen würde, dann würde ich tatsächlich alles einkalkulieren (Lohn, Strom, Platz, Material etc.) Ich befürchte, dass das ganz und gar nicht einfach ist!

strickARTspitze7. 4. 2014
10:49
strickARTspitze

Ja, das stimmt und ich sehe es auch so. Besonders beim Kunststricken mit sehr feinen Nadeln ginge das mit dem Stundenlohn ja bei mir überhaupt nicht! Andere Techniken gehen da ein wenig schneller. Und das bin ich mir auch bewusst! Aber, sehen die Käufer das auch so? Dass ich für eines der Ostereier (egal ob das kleine oder grössere, da identisch, nur verschiedene Nadelstärke) 1 - 2 Abende am Stricken bin, denkt wahrscheinlich niemand. Darum darf man da gar nicht nach Stundenlohn gehen!

orelie7. 4. 2014
10:49
orelie

Hallo beasallerlei , schliesse mich deinem Kommentar voll und ganz an !!

beasallerlei7. 4. 2014
09:31
beasallerlei

GÜNTIGER MATERIAL EINKAUF! Hier meine Gedanken zu diesem Thema: Wir alle, kaufen gerne mal ein Schnäppchen! Ich frage mich aber immer, berechtigt ein günstiges Schnäppchen von Material auch dazu, das Fertige Produkt zu einem Spottpreis zu verkaufen? Ich meine Nein! So bestrafen wir alle die, die nicht von einem Schnäppchen profitieren konnten. Hier ein Beispiel: Einen Schal (gestrickt) mit dem Trio Garn 'Samoa' habe ich an einem Handarbeitsstand am Jahrmarkt für 10.- Fr entdeckt! Dieses Garn kann nicht mehr bestellt werden da es Trio nicht mehr gibt! In einigen Wollgeschäften ist es aber noch Erhältlich den Knäuel für 10.90 Fr. da frage ich mich wie kann das gehen? Einige Wochen Später wusste ich es, man konnte auf Ricardo ein Schnäppchen machen (1.-/Knäuel)! Es würde mir aber nicht in den sinn kommen solche Preise als Material Preis einzurechnen. Ich sehe diese Differenz eher für ein Willkommener Zustupf! Wie wir alle wissen, können Zeitintensive Handarbeiten leider nicht per Stundenlohn berechnet werden.

HeArtDeco6. 4. 2014
21:47
HeArtDeco

Genau so ist!Unterschreibe ich voll und ganz!!

Butzeria6. 4. 2014
13:24
Butzeria

Hallo Mädels! Hab mal meine Gedanken über Wertschätzung hier eingestellt.....

strickARTspitze5. 4. 2014
22:25
strickARTspitze

HeArtDeco/Michaela und Butzeria/Meret, ich empfinde auch so wie ihr. Lieber verschenken, im Wissen dass der Empfänger das Geschenk wertschätzt, als unter einem angemessenen Preis zu verkaufen...Preise, die ja eigentlich bei fast keinem hier als "angemessen" gelten dürften. Zum Glück mache ich mein Hobby so gerne, weil es mir einen Ausgleich gibt und mir das Geld nicht so wichtig ist, und ich nicht darauf angewiesen bin...aber es würde schon befriedigender sein zu wissen, ob die Käufer oder Besucher auf Ansalia sich bewusst sind, dass unsere Arbeiten hier mit viel Engagement und im Bewusstsein jemandem damit eine Freude zu bereiten, realisiert werden und dass sie ihren Preis durchaus mehr als wert sind!

HeArtDeco5. 4. 2014
21:15
HeArtDeco

Ja Meret ich sehe das auch so! Lieber verschenke ich meine Sachen als sie zu verscherbeln....es steckt ja auch soviel Herzblut drin und jedes Stück ist so gefertigt, dass ich 100% dahinter stehen kann. (Das kann auch bedeuten, dass ich x-Mal neu anfangen muss...) Toll zu sehen, dass diese Problematik nicht nur mich beschäftigt und hoffe von ein paar Erfahrungen und Tipps zu profitieren! Liebe Gruess

Butzeria5. 4. 2014
17:18
Butzeria

uiuiuiui! so viele neue Reaktionen! Es ist so spannend all Eure Kommentare und Inputs zu lesen! Und natürlich auch wo die Eine oder Andere etwas Hilfe brauchen kann.

Kreativzimmer5. 4. 2014
14:14
Kreativzimmer

Hallo zusammen Ein tolles Thema, das nie ein Ende findet, wie ein Baum der weiter wächst, aber jeder bleibt mal auf einem Ast Sitzen, weil er sich dort wohl fühlt. Ob das ganz nahe am Stamm ist, oder ganz oben weit aussen. So machen wir es doch auch mit den Preisen, Dem einen reicht es, einfach was zu kriegen, der andere will hoch hinaus, leben davon und ein Auto kaufen können und dann noch Angestellte haben etc. In einer anderen Forum-Gruppe gab es das Thema auch und da hat jemand diesen Linke eingestellt. https://www.stoffn.de/artikel/items/mathe-fuer-handmaids.html Mathe für Handmaids, den lese ich immer wieder und dann geht das Rechnen los, bin nun also auch gespannt, wie es hier weiter geht, denn es gibt Preise hier, die mich echt zum Nachdenken gegen. Thema Markt/Koffermarkt. Meine Erfahrungen sind noch recht kleine, war erst an einem Koffermarkt (Zürich) und ich war damals mehr als zufrieden, denn ich hatte am Abend echt eine volle Kasse und als ich alle Nebenkosten abgezogen habe, dann blieb mir echt noch einen dreistelligen Betrag. Meine Gedanken zu meinen Preisen waren dann; die waren nicht zu Hoch, denn sonst hätte niemand gekauft, auch nicht zu tief, denn sonst wäre der Koffer leer gewesen, und mein Geldbeutel nicht gefüllt. So nun genug, ich bin gespannt, wie es hier weiter geht und der Sekt (Alkoholfrei) steht kühl, denn irgendwann werde ich auch hier mein erstes Teil verkaufen und dann wird dieser geöffnet :-) Liebe Grüessli Muriel aus dem Kreativzimmer

aphie4. 4. 2014
21:19
aphie

Hallo Ihr Lieben, dies ist ein Thema, das wohl kaum abschliessend besprochen werden kann... Meine erste und einzige Markterfahrung (Advent) war sehr ernüchternd. Ich hatte meinen Stand neben einem Anbieter, der nur billigen Chinaschrott angeboten hatte. Ramschdeko ohne Ende zu Billigstpreisen... Ich hatte nach Marktschluss gerade mal eine Pixibuchhülle verkauft, mein Nachbar konnte sich nicht über schlechte Geschäfte beklagen. Ich weiss, dass auf Ansalia eine andere Kundschaft rein schaut, aber es ist doch so, dass man gemessen am Arbeitsaufwand preislich doch unter dem Wert liegt. Bei mir ist es so, dass manche Artikel "quer subventioniert" werden. Ein Lacetuch für 68.- ist gemessen am Arbeitsaufwand halb geschenkt. Die Strickerinnen unter Euch wissen auch, wie teuer gutes Garn ist. Daneben habe ich Artikel, die vom Arbeitsaufwand her viel kleiner sind. Klar sind die dann auch billiger, aber gemessen an Zeit und Warenwert sind sie dann im Verhältnis teurer. Ich bin seeehr gespannt, wie Ihr das macht :-) Liebe Grüsse Natalie

UPnRound4. 4. 2014
20:15
UPnRound

Liebe Meret, Ich würde sehr gerne mehr erfahren über das Thema Kalkulation. Sehr gerne würd ich auch mit beim Workshop von Liebdings: "Was bin/sind ich/meine Produkt wert"? mitmachen. In meinem UPcycling Shop ist das Material Abfall - kann ich dafür auch was verlangen? - ich muss es finden, heimtragen und reinigen.... was soll ich kalkulieren, wenn ich den Stoff von einer Innendekorateurin gratis bekomme.... ? Fragen über Fragen... Freu mich auf weitere Kommentare

allround4. 4. 2014
19:56
allround

Da les ich auch sehr gerne mit! - Bin gespannt, wie du kalkulierst! - und ja: ich schaue auch bei der 'Konkurrenz' - und machs ähnlich billig.... - für mich ist ansalia 'nur' ein Hobby, viel verdienen muss ich nicht, und doch hätte ich gerne eine Wertschätzung in Form von Geld. - Freu mich auf deinen weiteren Beitrag.

Bonnibelle4. 4. 2014
18:41
Bonnibelle

Liebe Meret, ich kenne dieses Thema nur zu gut, und freue mich schon auf deine Kalkulation. Ist es nicht auch so, das man auch unterschiedlich am Produkt verdient, je nach Materialkosten und Aufwand. Grösstenteils weiss ich schon beim nähen, was ich dafür verlangen werde, ich nenne mal ein Beispiel, nähe ich einen einfachen Loop oder eine aufwendige Kosmetiktasche. Den Loop kauft der Kunde für 40.-Fr , für die Kosmetiktasche würde er nicht das selbe bezahlen. Es ist und bleibt schwierig, eine Kollegin auf dem Markt sagte mir mal: Ihre Produkte seien ihren Preis wert, sonst hätte sie die falschen Kunden, nach 2 erfolglosen Markttagen, setzte sie den Preis tiefer. Jeder Produzent ist traurig, wenn er nach einer gewissen Zeit wenig verkauft........ Ich habe noch nie auf ein Produkt " drauf gelegt", habe je nach Aufwand und Material angemessene Preise, gebe dafür auch nie Rabatt oder reduziere. Dieses Thema ist so faszinierend, schade können wir uns nicht gemeinsam treffen, einfach nur zum diskutieren......ganz es lieb's Grüssli an alle Christa

Butzeria4. 4. 2014
17:49
Butzeria

Liebe Beatrice Ja als Neuling ist es erst recht schwer! Einfacher wirds nicht aber wenigstens leichter ;0)

Trix4. 4. 2014
17:05
Trix

Liebe Meret, denke auch das Neue Anbieter wie ich noch mit der Kalkulation seine Schwierigkeiten habe, für ein paar Tipps bin ich sehr dankbar. Liebe Grüsse Beatrice

Butzeria4. 4. 2014
16:37
Butzeria

Liebe Michaela, denke das ist wirklich eine Problematik die jede hier kennt. und wie Du ja sagst, wir möchten alle Verkaufen. ich sag mir dann halt immer, um jeden Preis? Früher habe ich lieber die Sachen verschenkt als einfach unter Preis zu verkaufen, aber seit ich davon lebe, geht das ja natürlich nicht und ich musste mich sehr intensiv mit diesem Thema auseinander setzen. Freu mich wenn ich Euch ein paar Tipps weitergeben kann. Liebe Grüsse Meret

HeArtDeco4. 4. 2014
15:29
HeArtDeco

Liebe Meret!! Eine Problematik, die nach jedem beendeteten Werk bei mir auftaucht....Jeder hier möchte gerne seine Sachen verkaufen. Doch ich finde man sollte es nicht unter Wert verkaufen. Klar kann man die Arbeit nicht rechnen wie bei einem Handwerker, aber trotzdem sollten "es paar Batzli" für die Arbeit (und natürlich das Material etc.) drinliegen! Ich würde es sehr begrüssen noch mehr über das Thema zu lesen! Danke für den Input! Liebe Grüsse Michaela

Butzeria4. 4. 2014
14:47
Butzeria

Hallo Zusammen! Vielen Dank für Eure Kommentare! Sieht so aus als wäre dies wirklich ein wichtiges Thema hier.... Gerne werde ich Euch nächste Woche mal meine Art zu Kalkulieren zeigen. @Sandra, ja viele vergessen all diese Abgaben die Du ansprichst und viele wissen auch nicht, dass man solch ein Einkommen schon recht schnell versteuern muss. Auch dies geht viel zu oft vergessen. Und ich geh sogar noch weiter, die meisten Dinge die hier über den Ladentisch gehen, liegen bei 10.-- bis 15.-- und da frag ich mich echt, wie soll man da alles noch bezahlen können....

SandrasSamos4. 4. 2014
14:13
SandrasSamos

Liebe Meret, ich bin seit 10 Jahren selbständig und verdiene mir mein Leben mit meiner Nähwerkstatt. Ich glaube, für mich und mein Geschäft ein Mittelweg gefunden zu haben. Von meiner Arbeit kann ich leben, meine Kunden zahlen aber trotzdem keine überhöhten Preise. Wenn auch das Preisniveau natürlich höher liegt als bei Sachen ab Stange. Trotzdem finde ich es super, das Du das Thema angesprochen hast. Zum Beispiel hier auf dem Portal Ansalia würde es sicher einige geben, die mehr zur genauen Kalkulation erfahren würden. Damit meine ich nicht nur Lohn- und Materialkosten, sondern auch die Sozialabgaben wie AHV und BVG, Unfallversicherung, Betriebsversicherung, Steuern, Lokalmiete und Strom, sowie die Billag. Alles muss bezahlt sein. Es wäre vielleicht auch schön, die Käufer darauf aufmerksam zu machen. Denn mehrheitlich gehen Artikel unter 30.- über den "Ladentisch". Wenn man jetzt die voll berechtige Verkaufsprovision an Ansalia sowie den Aufwand des Einstellen des Produktes mit einberechnet, kann man sich bereits fragen ob sich das lohnt. Also ja, das Thema vertiefen wäre toll!

strickARTspitze4. 4. 2014
13:48
strickARTspitze

brokkoletti, ich stimme dir voll zu! Auch ich kann meine Sachen nicht zu dem Preis verkaufen, der eigentlich angemessen wäre. Für ein Teelichtlein aus meinem Shop benötige ich minimum 2 - 3 Tage. Ich zähle die Stunden nicht. Das Material ist nicht unbedingt teuer, aber Zeit ist ja auch sehr wertvoll. Vor allem so wie wir momentan leben! Um das erste neue Jäckchen zu kreieren und erstellen habe ich minimum 6 - 8 Wochen gebraucht. Und ich arbeite meistens nur abends an meinen Sachen, denn ich habe auch einen Job nebenbei, wie sicher die meisten von euch. Und Mütter mit Kleinkindern haben schliesslich tagsüber auch viel um die Ohren! Und es gibt auf dem Markt so viele günstige maschinell hergestellte Produkte (auch schöne Sachen, im Moment sind ja Jacken und Tops etc. im Strick- und Häkelstil sehr angesagt), dass die mit Liebe handgefertigten Arbeiten für viele Leute als zu teuer eingestuft werden. Das finde ich sehr schade.

LiebDings4. 4. 2014
13:24
LiebDings

...das lesen wohl alle gerne mit. Merci liebe Meret fürs ausnehmen dieser Gesprächsrunde!! Frauen & Männer, hättet ihr Interesse an einem Workshop rund um das Thema "Was bin/sind ich/meine Produkt wert"?

brokkoletti4. 4. 2014
13:16
brokkoletti

Hallo Meret! Das ist ein interessantes Thema und ich habe selbst auch immer Mühe damit. Wenn ich mir selbst einen Lohn berechnen würde, müsste ich die Stricknadel erst gar nicht in die Hand nehmen. Aber ein bisschen was möchte man ja schon verdienen. Nebst Material muss man ja auch noch die Zeit mit einberechnen, die man gebraucht hat für die Ideenentwicklung (Recherche, Entwerfen, Prototypen..) und die Herstellung. Zum Material könnte man auch den Strom für die Nähmaschine oder den Computer zählen und den Zeitaufwand für die Materialbesorgung usw. Das sind alles Sachen, die der Kunde nicht unbedingt sieht und überlegt und wenn dann der Preis höher ist als im "normalen" Handel, kauft er nix. Ich habe keine Lösung für den perfekten Preis, aber ein bisschen teuerer als der kommerzielle Handel darf man schon sein, meiner Meinung nach. Wir müssen unsere Produkte und die Arbeit die dahinter steckt wertschätzen, denn wenn etwas sorgfältig gemacht ist verdienen wir einen fairen Preis. Bioprodukte sind ja schliesslich auch teurer als die normalen, weil sie speziell hergestellt sind.

sternensilber4. 4. 2014
13:05
sternensilber

Liebe Meret ich würde sehr gerne mehr lesen :0)

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