Tipps und Tricks

Ab ins Glas!

21. 9. 2014 Tipps und Tricks von ausLeidenschaft

Wie Kürbissuppe mit Erfolg haltbar gemacht werden kann.

Habt ihr sie schon zubereitet, die erste Kürbissuppe dieser Saison? Ein neues Rezept ausprobiert, eine neue Kürbissorte getestet? Und vielleicht auch gleich eine ordentliche Menge davon zubereitet, die es nun gilt, haltbar zu machen?

Ab ins Glas damit! Aber hier ist es unerlässlich, gewisse Abläufe und Vorgaben genau einzuhalten. Gerne möchte ich mit diesem Journal auf ein paar wichtige Punkte aufmerksam machen.


Grundsätzlich gilt:

  • Beim Zubereiten der zu sterilisierenden Suppe keine Bindemittel (Maismehl, Mehl) verwenden. Diese würden mit der Zeit säuern und den Geschmack der Suppe im Glas verändern.


  • Milchprodukte zum Verfeinern erst beim Aufwärmen der konservierten Suppe dazu geben.


  • Suppe möglichst fettarm zubereiten. Fett kann beim Sterilisiervorgang den Gummiring ausdehnen, diesen über den Glasrand hinaus drücken, sich zwischen Glas und Gummiring absetzen und so die Vakuumbildung verhindern.


  • Daraus, und weil es sich um ein breiartiges Einmachgut handelt, ergibt sich auch die Vorgabe, dass Suppen nur bis max. 2 cm unter den Glasrand eingefüllt werden dürfen.


  • Die fertig gekochte Kürbissuppe darf niemals nur heiss eingefüllt werden, sondern...


  • ... muss abgefüllt im verschlossenen Glas in jedem Fall während 90 Minuten bei 100 Grad sterilisiert werden.


Was die evtl. hierzu aufkommende Frage wegen Vitaminverlust betrifft: Nährstoffverluste müssen bei jedem Einkochvorgang in Kauf genommen werden, sind aber in der Regel kaum höher als beim üblichen Garen.



Das richtige Glas wählen und vorbereiten:

  • Es ist sehr empfehlenswert, nur Original-Weck-Einmachgläser mit den speziell dazu entwickelten Edelstahl-Federklammern zu verwenden. Diese Gläser mit den dazu gehörenden feinen Gummidichtungen sind von bester Qualität und sehr langlebig.


  • Das Verwenden von Gläsern mit fest montiertem Bügelverschluss und dicken, harten Gummiringen führt häufig zu Misserfolg, weil dadurch die Vakuumbildung nicht garantiert werden kann. Ebenfalls als ungeeignet für das Einkochen von Suppen erachte ich Gläser mit Schraubdeckeln. Diese sind vor allem für die Methode des Heisseinfüllens geeignet.


  • Die Gummiringe vor Gebrauch überprüfen, (rissige und spröde ersetzen), kurz in leichtem Essig-Wasser aufkochen, dies erhöht die Keimfreiheit.


  • Die Glaswaren im Geschirrspüler mit dem heissesten Programm oder von Hand mit heissem Wasser und Spülmittel gründlich reinigen. Nicht abtrocknen. Falls sich bei bereits gebrauchten Gläsern etwas Schimmelpilz angesetzt hat, müssen diese einige Minuten in kochendes Wasser getaucht werden, denn Pilze und Pilzsporen werden nur bei 100°C abgetötet. Spülmaschinentemperatur reicht in solchen Fällen nicht aus.


Wichtiges zum Einfüllen und zum Sterilisiervorgang:

  • Die Gummiringe bis zum Gebrauch in heissem Wasser liegen lassen, dann nass aufsetzen. Den Deckel mit den zwei dazugehörenden Edelstahlklammern fixieren. Diese haben eine genau bemessene und gleichbleibende Federkraft.


  • Am einfachsten und sichersten ist es, zum Einkochen einen Automatik-Einkochtopf zu benutzen.


  • Wassertemperatur beim Aufsetzen anpassen! Gläser mit kaltem Inhalt werden immer mit kaltem Wasser aufgesetzt, Gläser mit heissem Inhalt mit heissem Wasser.


  • Wird bei kaltem Inhalt heisses Wasser in den Sterilisiertopf gegossen, so erreicht das Kochwasser zu früh die nötige Temperatur. Gleichzeitig ist der Glasinhalt noch nicht genügend erhitzt. Das führt dazu, dass die vorgegebene Einkochdauer nicht richtig eingehalten bzw. der Sterilisierprozess abgekürzt wird. Dies ist vor allem zu beachten und zu berücksichtigen, wenn hintereinander zwei Serien Gläser eingekocht werden.


  • Nach Beendigung des Sterilisiervorgangs Gläser herausnehmen und auf einer Unterlage (z.B. Holzbrett) erkalten lassen. Erst nach dem vollständigen Erkalten die Klammern wegnehmen und kontrollieren, ob der Deckel hält. Anschliessend kühl und trocken aufbewahren.


  • Bei Weck-Gläsern zeigt die Zuglasche des Einkochrings bei erfolgreichem Sterilisiervorgang deutlich nach unten.


  • Haltbarkeit: Solange die Lasche nach unten zeigt, gilt "Daumen nach oben", bzw. ist das Sterilisiergut einwandfrei.


Ich wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen beim Konservieren!

Detaillierte Anleitungen zum Sterilisieren und Heisseinfüllen sowie entsprechende Rezeptvorschläge findet ihr in meiner Dokumentation "Die Ernte einfangen" in meinem Shop. 

Kommentare
Greta30. 9. 2014
08:11
Greta

Das werde ich ausprobieren!

ausLeidenschaft29. 9. 2014
07:01
ausLeidenschaft

Das habe ich gerne zusammengestellt; es freut mich, wenn die Tipps zum Ausprobieren anregen! Für Suppen bevorzuge ich (vor allem wegen der Konsistenz und der Farbe) "Butternut" und "Potimarron".

Greta28. 9. 2014
09:16
Greta

Danke für die super Tipps! Welche Kürbissorten empfiehlst du dazu?

ausLeidenschaft23. 9. 2014
17:56
ausLeidenschaft

Ja, das geht problemlos, es ist auch möglich, reine Kartoffelsuppe mit diesen Angaben (90 Min. / 100 Grad) zu sterilisieren. Wichtig auch hier: Die Suppe muss zuerst fertig gekocht werden, bevor sie ins Glas gefüllt und sterilisiert wird.

MillaKarlotta23. 9. 2014
09:06
MillaKarlotta

Funktioniert dieser Einmachprozess auch, wenn ich die Kürbissuppe mit einem Teil Kartoffeln zubereite?

ausLeidenschaft22. 9. 2014
06:23
ausLeidenschaft

Vielen Dank, liebe Linnea! Das freut mich, wenn sie Anwendung finden!

Linnea21. 9. 2014
16:11
Linnea

Vielen Dank für die Tipps! Deine Anleitungen sind immer sehr logisch erklärt und hilfreich!

Nur angemeldete Anwender können einen Kommentar schreiben.