Zu Besuch bei

Zu Besuch bei Sieblieb

2. 11. 2017 Zu Besuch bei von ansalia.ch

Schon lange wollte ich mir Praxiserfahrung in der Technik des Siebdrucks holen. Die Gelegenheit ergab sich Im Atelier „Sieblieb“ bei Franziska Lang in Däniken im Kanton Solothurn. Ich dufte dort einen Einführungskurs besuchen. Es war mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch bei der sympathischen und äusserst versierten Fachfrau.

Ihr Atelier in der Hausgemeinschaft Takatuka (dazu später mehr) ist eine perfekt eingerichtete und organisierte Werkstatt mit allen Apparaturen, Farben, Werkzeugen und Hilfsmitteln, die es für diese Technik braucht.

Was ist Siebdruck?

Farbe wird mit Hilfe eines Rakels durch ein feines Sieb auf Stoff, Papier, Holz, Kunststoffe etc. gestrichen. Das Sieb wird an den Stellen, wo keine Farbe sein soll undurchlässig gemacht - das Motiv/Muster selbst bleibt durchlässig. Rudimentär kann bereits simples Zeitungspapier eingesetzt werden, um ein Sieb abzudecken und einfache, aber effektvolle Drucke herzustellen. Für strapazierfähigere Lösungen, wie bei Seriendrucken erforderlich, wird mit lichtempfindlicher Emulsion gearbeitet. Ein Sieb wird mit diesem sogenannten Siebfüller bestrichen. Das gewünschte Motiv wird als schwarz-weiss-Folien-Vorlage auf das vorbereitete Sieb aufgelegt und unter Glas und Vakuum mit UV-Licht belichtet. Nach ca. 15 Minuten kann das Sieb ausgewaschen werden, dabei löst sich die Emulsion an den Stellen, wo die Folie schwarz war. An diesen Stellen kann anschliessend die Farbe gedruckt werden.

Das tönt ganz simpel – ist es auch – aber in den Details kann auch ganz schön viel in die Hosen gehen. So habe ich auch schon fixfertig belichtete Siebe beim unvorsichtigen Auswaschen ruiniert. Aber auch das sind Lernprozesse und macht einen reich an Erfahrung.

Diese Technik kennt kaum Grenzen, denn so Vieles ist möglich. Ratsam ist es als Anfängerin mit einfarbigen Drucken auf Papier zu beginnen. Ich habe mich mit zweifarbigen Drucken auf Stoff bereits etwas weiter gewagt und schnell gemerkt, dass auch hier Stolpersteine liegen können. Dafür braucht es nämlich auch zwei verschiedene Siebe, die die jeweiligen Flächen abdecken. Der erste Druck ist noch easy, aber der zweite muss natürlich passgenau über den vorangegangen zu liegen kommen. Auch hier habe ich Ausschuss produziert und gemerkt, dass es Fingerfertigkeit und Geduld braucht, um perfekte Druckergebnisse zu erzielen.

Wer bei Franziska Lang einen Einsteigerkurs besucht hat, darf ihr Atelier samt Infrastruktur zu einem moderaten Stundenpreis auch künftig nutzen. Davon habe ich bereits Gebrauch gemacht und Kissenbezüge für ein ansalia-Projekt sowie Küchentücher für den ansalia-Shop bedruckt. https://ansalia.ch/shop/claudia-hk

Und was ist Takatuka?

Die Siebdruckerin hat zusammen mit einem befreundeten Architekten vor 20 Jahren ein Konzept für eine Wohngemeinschaft realisiert. Das Gebäude besteht aus ca. 30 Wohnungen, Ateliers und Werkräumen und verbindet Wohnen, Arbeiten und Kultur. Wer hier zu Hause ist, legt Wert auf Gemeinschaft und kann neben seiner eigenen Wohnung Gärten, Kinderspielplätze, Kultur- und Gemeinschaftsräume, Bioladen, Kopiergerät und Mittagstischraum samt Küche nutzen. Franziska Lang bewohnt mit Ihrem Mann und ihrer 10jährigen Tochter eine Wohneinheit. Kulturanlässe für Jung und Alt wie Konzerte und Theater, aber auch unterhaltsame Jassabende und Kleiderbörsen sind im Jahresprogramm von Takatuka zu finden. http://takatuka.ch/site/category/kultur/

Vielen Dank Franziska für deine zahlreichen Tipps und Unterstützung bei meinen Gehversuchen in Sachen Siebdruck. Dein sorgsamer Umgang mit Ressourcen und deine achtsame Einstellung zur Schonung der Umwelt für uns und künftige Generationen haben mich beeindruckt.

Zudem war es ein kreatives Höchsterlebnis! Ich habe viel dazu gelernt!

Auf viele perfekte Druckgebnisse!

Claudia vom ansalia-Team

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