Kürzlich entdeckt

mo-glasatelier in Diessenhofen

3. 5. 2013 Kürzlich entdeckt von ansalia.ch

Zu Besuch im mo-glasatelier in Diessenhofen

Die Glaskunst ist eine faszinierende sehr farbenfrohe Welt. Vor allem Glasperlen übten schon immer eine grosse Faszination auf die Menschen aus und dienten schon früh als Zahlungsmittel und Schmuck.




Das Team von ansalia.ch durfte einen Blick ins mo-glasatelier in Diessenhofen werfen, wo verschiedene Arten von Glaskunst angeboten werden, "Glasfusing" und "Perlen drehen". 

 

 

Im mo-glasatelier in Diessenhofen stellen Monika Orsinger und Saskia Letta wunderschöne Kunstwerke aus Glas her. Monika Orsinger macht Glasfusing, wobei durch Brechen oder Schneiden von Glas und anschliessendem Brennen im Ofen einmalige Kunstwerke entstehen.

  

 

Saskia Letta, welche ihre Produkte hier auf ansalia.ch unter "Pünktli und Anton" verkauft, zeigt uns die Welt der Perlen. 

Einiges hat uns ja bereits "perlalume" in ihrem Blog "Eine Glasperle entsteht" erklärt: http://ansalia.ch/welt/blogs/eine-glasperle-entsteht.html

 

Wir denken, dass dies so ein faszinierendes Handwerk ist, dass man gerne noch mehr darüber erfahren möchte:

Perlen werden aus Murano-Glasstangen (Weichglas) hergestellt, fürs Glasfusing werden Glasplatten (Hartglas) benötigt.  Die Gläser der verschiedenen Glasproduzenten unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und sind deshalb nicht immer miteinander kompatibel. 

Wie wird eine Perle gedreht?

Zuerst wird der Edelstahlstab mit einem Trennmittel überzogen, welches mindestens 4 Stunden trocknen muss. Dies ist nötig, damit das Glas nicht am Stab haften bleibt. Nun wird das Ende des Glasstabs unter der Flamme auf 1200° erhitzt und sorgfältig um den Stab gewickelt. 

Saskia arbeitet an einem Zweigasbrenner, welcher mit Sauerstoff und Propangas betrieben wird. Es gibt auch Eingasbrenner, welche nur mit Propangas betrieben werden, jedoch nicht ganz so eine hohe Temperatur erreichen können. 

  

Es wird in verschiedenen Schichten gearbeitet. Da die Perle heiss bleiben muss, ist es wichtig, vor der Arbeit all seine nötigen Arbeitsgeräte griffbereit zu haben. Würde die Perle plötzlich erkalten, könnte sie zerspringen.

Nun, wie der Name "Perlen drehen" schon sagt, wird während dem ganzen Arbeitsvorgang die Perle immer gedreht. Tut man dies nicht, würde die Perle zähflüssig davon fliessen. 

  

Wenn die Perle fertig gedreht ist, kommt sie sofort in den Temperofen. In diesem Ofen wird nichts anderes gemacht, als dass die Perle ganz langsam abgekühlt wird. Dies dauert ca 7-8 Stunden. Wird eine Perle im Temperofen gekühlt, entstehen keine Spannungen im Glas, was für eine gute Haltbarkeit der Perle sorgt. 

Ist die Perle abgekühlt, ist die Arbeit meist aber noch nicht getan. Nun beginnt ein anderer spannender Teil: die Weiterverarbeitung, zu Ketten, Schlüsselanhänger, Ohrringe, Bildern, etc. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. 

Und solche originelle Werke können dabei entstehen:

  

Und was wir sonst noch wissen wollten:

Wie bist Du zu diesem Hobby gekommen und wie lange beschäftigst Du Dich schon damit?

Vor ca. 11 Jahren hab ich an einem Markt wunderschöne, selbst gedreht Perlen gesehen. Bis dahin hab ich gar nicht gewusst, dass so was von Hand machbar ist. Ich war davon sofort fasziniert, habe dann einige Kurse besucht und mir mein Wissen auch einfach mit der Erfahrung angeeignet. Mittlerweile biete ich selber Kurse an und gebe mein Wissen gerne weiter. 

Wie lange dauert es, eine Perle herzustellen?

Dies kommt ganz auf die Perle an. Eine ganz schlichte kleine Perle, ohne Verzierung, ist in 5 Minuten gemacht. Eine grosse, mit verschiedenen Schichten und vielen kleinen Details braucht schon mal 1 1/2 Stunden. Dies erklärt auch, warum einige Perlen viel teurer sind, als andere. 

Unter der Flamme sehen für uns all die Farben fast gleich aus. Gibt's da ein Hilfsmittel?

Dafür trägt man eine spezielle Brille, welche sowieso gleichzeitig als Schutz vor Verletzungen dient, zudem aber auch die Flamme "verschwinden" lässt. So ist es  einfacher, die Farben voneinander zu unterscheiden.

Was für Voraussetzungen sind fürs Perlen drehen nötig?

Eigentlich keine. Ich werde immer wieder gefragt, ob es nicht wichtig sei eine ruhige Hand zu haben. Aber wenn das Interesse für Perlen da ist, kann man auch lernen eine ruhige Hand zu haben. Wichtig ist, dass man neugierig ist und Mut hat mit Farben zu spielen.

Gibt es auch beim Glasschmuck Modetrends?

Ja sehr. Bis vor kurzem waren vor allem lange Ketten mit einer grossen Perle sehr in Mode. 

Zur Zeit sind es grad die Chunk-Armbänder, welche sehr im Trend sind. 

Trägst Du selber viel Glasschmuck?

Eigentlich nicht sehr viel, bei mir liegt vor allem die Faszination bei der Verarbeitung vom Glas. Was aber nicht heisst, dass ich gar nie Glasschmuck trage, gerade die Chunk-Armbänder gefallen mir selber sehr. 

Gibt es Gefahren? 

Klar kann man sich am heissen Glas verbrennen, aber wenn man den Kopf bei der Sache hat, kann eigentlich nichts passieren. 

Und durch die Arbeit mit Propangas ist es wichtig, dass über dem Arbeitsplatz die Luft mit einer Lüftung abgezogen wird. 

Wir bedanken uns ganz herzlich für diesen tollen Einblick und die Lust, mal eine eigene Perle zu drehen ist definitiv da. 

 

Kommentare

Nur angemeldete Anwender können einen Kommentar schreiben.