Zu Besuch bei

Zu Besuch bei "Fouta"

12. 9. 2017 Zu Besuch bei von ansalia.ch

Dieses Interview wird ganz anders, weil ich eine Person interviewe, die ich sehr gut kenne. Es ist meine jüngere Schwester Jana, oder Janka wie ich sie nenne, von "Fouta". Wir wollten das Interview ursprünglich im Sommer während meinen Ferien in Tunesien machen aber es kam anders. Wir sind viel im Kontakt und zum Glück gibt es Möglichkeiten wie Skype und dem Interview stand nichts im Wege.

Wer ist Janka von "Fouta"?

Janka ist 2 1/2 Jahre jünger als ich. Unsere Wege haben sich nach der Kindheit schon ziemlich früh getrennt. Ich bin mit 14 ins Internat gegangen und sie ist zu Hause bei den Eltern geblieben und in der Heimatstadt in die Schule gegangen. Nach dem Gymnasium habe ich in der naheliegenden Stadt studiert und sie hat in Prag studiert. Janka wollte gut französisch lernen und so war sie zuerst in Belgien und danach in Tunesien. Wir sehen uns sehr selten ein bis zwei Mal im Jahr und dann geniessen wir die gemeinsame Zeit dafür richtig.

Janka war schon als Kind sehr sportlich und hat Schmuck gemacht aber auch gestrickt. Zeit für Kreativität gab es während dem Studium aber nur wenig. Ihre erste Stelle war bei einem Reisebüro in Prag. Da sie gut französisch sprach, hat sie die Touristen auch nach Tunesien begleitet und ist viel gereist. Janka hat in Tunesien Fuss gefasst und viele Jahre im Tourismus und als Verkaufsleiterin in verschiedenen internationalen Hotelketten gearbeitet. Wir sind alle sehr stolz auf sie, weil sie sich in diesem anspruchsvollen Umfeld, welches von Männern dominiert wird, gut behaupten kann. Seit ca. einem Jahr ist Janka zu Hause und widmet sich Ihrer kleinen Familie. Ihre herzigen Buben Hugo und Arthur sind erst 3 und 2 Jahre alt. Da Janka wie ich aus einer aktiven Familie kommt, wo die Frauen einen unternehmerischen Geist haben, hat sie sich während des Mutterschaftsurlaubs selbständig gemacht und vor mehr als einem Jahr eine Firma gegründet.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, eigene Produktlinie zu kreieren?

Es war immer ein Krampf, die Familie und Freunde in Europa mit Souvenirs aus Tunesien zu beschenken. Ich bevorzuge Geschenke, die praktisch und gleichzeitig originell sind. Meine Familie in Europa hat wenig Bezug zur arabischen Kultur und viele Gegenstände und Souvenirs sind für uns Europäer nicht interessant. Ich habe jahrelang im Tourismus gearbeitet und ich weiss, dass viele Touristen aus Europa, Asien und Amerika genau das gleich Problem haben. Aus der Not ist die Idee entstanden, Produkte herzustellen, die praktisch sind aber ein authentisches "Etwas" aus Tunesien haben. Schlussendlich sind meine Kunden auch Tunesier selber und ihnen müssen die Produkte auch gefallen. Ich habe diese Idee mit meinem Partner, der auch in Tourismus tätig ist, besprochen und er hat mich darin bestärkt, diese Businessidee zu realisieren.

Welche Produkte hattest Du als erste im Sortiment?

Ich habe mit Foutas angefangen. Eine Fouta ist ein Hammamtuch, welches für jeden Tunesier einfach ein Muss ist. Das Hamam-Tuch kann man überall in verschiedenen Farbkombinationen sehr günstig kaufen. Aber handgewobene Hammamtücher sind eine Seltenheit! So habe ich nach einer Manufaktur gesucht, wo die Foutas noch von Hand gewoben werden und ich habe eine kleine Manufaktur in Tunis gefunden. Die Muster, die sie dort produzieren, haben mich aber nicht überzeugt und ich habe angefangen die Muster selber zu zeichnen. So ist meine erste Fouta-Kollektion entstanden.

Wie ging es weiter?

Irgendwann habe ich bemerkt, dass nur Fouta zu verkaufen zu wenig ist: das Sortiment muss vielfältiger und grösser sein. Wir haben angefangen, aus Foutas Strandtaschen zu produzieren. Dann kam die Idee Sets zu machen: Fouta, Strandtasche und Flipflops aus dem gleichem Baumwollstoff in verschiedenen Farbkombinationen! Das nötige Material zu finden, wie Sohlen, Leder und andere Hilfsmaterialien, war eine grosse Herausforderung. Ich hatte keine Ahnung wo ich suchen muss! Ich bin nach Tunis zum Bazar gefahren und dort herum gefragt, wo ich das Material finde. Als ich das Material endlich hatte, dann musste ich entscheiden, was für Grössen wir brauchen. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir die ersten waren die aus dem Fouta-Stoff die Flip-Flops produzierten!

Das Sortiment hat sich inzwischen vergrössert...

Nach den Flip-Flops aus Baumwolle sind Sandalen und Schlappen aus Leder ins Sortiment gekommen. Das Lederschuh-Sortiment möchten wir noch ausbauen, da gibt es viel Potenzial! Taschen, Strandtaschen, Körbe und Hüte haben wir bereits im Sortiment und momentan arbeiten wir an der neuen Teppich-Kollektion. Es macht Spass, neue Produkte zu entwickeln :-)!

Ich finde die Strand-Körbe aus trockenem Gras sehr schön

Die Strandkörbe sind ein Hit und verkaufen sich sehr gut! Jeder Korb ist von Hand in einer kleinen Manufaktur gewoben. Ich und mein kleines Team nähen die Futter, befestigen die Henkel und machen den Korb fertig. Es ist viel Arbeit, aber es macht Spass! Am Tag, meistens am Vormittag, stehe ich im Laden und am Abend, wenn die Kinder schlafen, bin ich am Nähen. Für einen Korb brauche ich mindestens 2-3 Stunden, bis er fertig ist. Jeder Korb is ein Unikat!

Das Erkennungszeichen von Deinen Produkten ist ein Seepferd warum?

Ich wollte für meine Linie ein Kennzeichen haben, woran meine Produkte wieder erkannt werden. Das Seepferd passt gut zum Meer und zu Tunesien. Ich habe es selbst gezeichnet und es ist entweder am Korb fest angenäht oder als Anhänger befestigt. Wir versuchen das Seepferd auf allen unseren Produkten zu platzieren. Neu ist das Seepferd auch an den Lederschuhen zu sehen.

Wo verkaufst Du Deine Produkte und wer sind Deine Kunden?

Ich verkaufe einen Teil von meiner Kollektion bei ansalia.ch und etsy.com. Ich habe eine eigene Webseite und seit Juni einen eigenen Laden in Hammamet, gegenüber von Radisson Blue Hotel am Meer. Meine Kunden sind Touristen aus den ganzen Welt und auch Tunesier. Ich bin sehr positiv überrascht, dass die Tunesier unsere Kollektion sehr schön finden, obwohl sie etwas teuerer ist als das vorhandene Sortiment im Basar. Für Vertrieb und Werbung nutze ich viel Social Media wie Facebook, Instagram und Pinterest.

Hast Du Zeit für Hobbies?

Leider nicht. Meine Buben Hugo und Arthur sind noch sehr klein. Die ganze Freizeit verbringe ich mit Ihnen. Wir sind viel am Strand am Baden oder spielen zu Hause, wenn es draussen zu heiss ist. Ich schwimme sehr gern und im Winter fahre ich Ski. Ich bin früher geschäftlich viel gereist und das fehlt mir ein bisschen. Aber man kann nicht alles haben :-).

Was ist Dein Traum?

Ich hätte gern ein eigenes Atelier, wo wir alle Produkte unter einem Dach produzieren können. Und ich hoffe sehr, dass ich mich auf dem tunesischen Markt etablieren kann und vermehrt meine Kunden auf der ganzen Welt mit handgemachten tunesischen Kunstwerken via Onlineshop und Plattformen für Handgemachtes beliefern kann.

Was gefällt Dir an ansalia und welche ansalia-Shops sind Deine Favoriten?

Ich bin sehr stolz auf meine Schwester Andrea, die diese Plattform ansalia.ch von Null an aufgebaut hat. Ich weiss wieviel Knochenarbeit dahinter steht. Ich finde ansalia.ch sehr familiär. Ich habe mich sehr schnell auf der Plattform zu Recht gefunden, nutze viele Werbemöglichkeiten wie Logenplätze, Newsletter-Plätze und ich liebe es Kollektionen und Trends zu erstellen. Die Kommentare und das Feedback auf meine Auswahl freuen mich sehr. Meine Lieblinsshops auf ansalia sind: "nicita" und "La Bohème".

Ich wünsche meiner kleine Schwester Janka (obwohl sie grösser ist als ich :-)) weiterhin viel Erfolg und viele neue Ideen. Ich bin erstaunt, wie sie innerhalb so kurzer Zeit ihre Firma aufgebaut hat und bewundere sie dafür sehr! Ich hoffe dass wir uns bald wiedersehen!

Andrea vom ansalia-Team

Zum Shop von "Fouta"

Kommentare
andreakälin15. 9. 2017
17:28
andreakälin

Was für ein tolles Schwesternpaket! Ich wünsche beiden viel Glück. Die Idee das Traditionelle für uns und die Welt schmackhaft umzugestalten finde ich superschön.

La Bohème14. 9. 2017
10:41
La Bohème

Beeindruckend, was Du alles erreicht hast! Ich finde Deine Kreationen sehr geschmackvoll und finde es toll, wie Du aus traditionellem Handwerk Neues erschaffst. Ich bin ein Fan von Foutas, weil man sie wirklich für allerlei brauchen kann. Auf Reisen habe ich immer welche dabei. Sie dienen dann als Handtuch, Strandtuch, Pareo, Tischtuch für den Campingtisch, Schattespendervorhang unsw. Auch tolle Wohnaccessoires wie Kissen und Vorhänge lassen sich daraus machen. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg liebe Jana! Und vielen Dank an Andrea für das spannende Interview! PS. es freut mich sehr, dass Dir mein Shop auch gefällt ♥

nicita13. 9. 2017
12:25
nicita

Vielen Dank Jana, ich finde deine Produkte auch wunderschön!

Jollyknits13. 9. 2017
11:44
Jollyknits

Ganz toller Bericht und die Produkte von Fouta finde ich einfach traumhaft schön. Werde mir für den nächsten Sommer auch so eine tolle Tasche bestellen :-). Weiterhin viel Erfolg in Tunesien und bestimmt auch in vielen anderen Ländern. Ein traumhaftes Land, ich war auch schon zweimal in den Ferien da.

Berni13. 9. 2017
08:32
Berni

Einfach spannend, so toll wie deine Schwester vorhandenes Wissen, Können und Material für ihre wunderschönen Produkte nutzt. Ich wünsche ihr weiterhin viel Erfolg und Freude an "Fouta". PS: Die blauweisse Kollektion ist ganz meins! :o)

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