Kürzlich entdeckt

Edith Robertson

1. 11. 2012 Kürzlich entdeckt von ansalia.ch

Zu Besuch bei Edith Robertson im Art Center „Lillstreet“ in Chicago.

Edith Robertson, eine gebürtige Stuttgarterin, lebt schon seit 40 Jahren in den USA und davon 17 Jahre in Chicago. Früher hat sie als Leiterin einer Bild- und Kunsthandwerkgalerie in Detroit gearbeitet. Während dieser Zeit hat sie Ihre Leidenschaft für Schmuckdesign entdeckt. Ihre sichere Stelle hat sie gekündigt und sich bei einer Kunstschule in Detroit eingeschrieben. Als Quereinsteigerin war sie die älteste im Jahrgang. Um die neuesten Trends nicht zu verpassen hat sie zudem mehrere Workshops zum Thema Schmuck besucht. Seither schlägt Ihr Herz für Schmuck!

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Wie sind Sie zu Ihren ersten Kunden gekommen?

Zuerst habe ich Schmuck für mich und als Geschenke für meine Freunde produziert. Mit der Zeit wurde ich immer öfter auf meinen Schmuck angesprochen und habe oft verkauft, was ich getragen habe. Dies war der Anfang, mittlerweile habe ich viele Stammkunden und es kommen immer neue dazu.

Wie viel Zeit widmen Sie dem Schmuckdesign?

Ich arbeite jeden Tag (ausser Montag) von 12 bis 18 Uhr in meinem Studio, oft auch am Samstag. Am Montag unterstütze ich eine Galerie in der Stadt, welche auch meinen Schmuck verkauft.

Die Künstler haben es nicht einfach, die Konkurrenz ist gross. Wie finden Sie Ihre Kunden?

Zwei Mal im Jahr stelle ich meinen Schmuck in einem Krankenhaus aus, wobei ein Teil des Erlöses an wohltätige Zwecke geht. Zudem verkaufe ich meinen Schmuck in verschiedenen Boutiquen in Chicago und in der Galerie unseres Art Centers. Oft verkaufe ich meinen Schmuck auch privat bei Open House Parties.

Ihr Studio ist so winzig...

Edith lacht: Ich bin mehrmals innerhalb des Gebäudes umgezogen. Mein jetziges Studio ist zwar viel kleiner als das vorherige, dafür habe ich aber ein grosses Fenster!

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Woher haben Sie die Inspiration für Ihren einmaligen Schmuck?

Die Inspirationen sind überall! Ich mache mir keine Zeichnungen, habe ich eine Idee im Kopf versuche ich diese auch gleich umzusetzen. Oft lasse mich auf meinen Reisen von fremden Kulturen inspirieren.

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Welches Material verwenden Sie am meisten?

Ich verwende verschiedene Materialien z. B. Feinsilber, Sterlingsilber, 22K Gold, Halbedelsteine, sea glass*), Korallen, Perlen, Natursteine, alles im Rohzustand. Ich mag den Kontrast zwischen den so unterschiedlichen Materialien.

Immer wenn ich in den Ferien bin, laufe ich mit Blick zum Boden und suche nach Steinen und am Strand nach sea glass und Korallen. Das übrige Material kaufe ich auf einer Messe in Arizona, welche ich regelmässig besuche.

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Welche Schmuckart produzieren Sie?

Am meisten mache ich Ketten, Ohrringe und Ringe, Armbänder eher selten.

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Machen Sie Schmuckstücke auch auf Auftrag?

Hin und wieder mache ich Schmuckstücke auf Auftrag: Ich arbeite z.B. alte Schmuckstücke von der Oma oder der Mutter um. Dazu löse ich die Steine aus der bestehenden Fassung und schaffe mit neuen Materialien ein ganz modernes Schmuckstück.

So habe ich vor kurzem für ein junges Ehepaar zwei altmodische Ringe „modernisiert“. Sie waren vom Ergebnis sehr begeistert, was mich natürlich sehr gefreut hat.

Was sind Ihre Lieblingsstücke?

Alle Stücke sind Unikate. Zur Zeit sind gestrickte Silberketten mit Perlen sehr beliebt. Diese Technik habe ich vor Jahren in der Kunstschule von einer Schülerin aus Mazedonien gelernt.

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Wie teuer ist Ihr Schmuck?

Die Preise bewegen sich zwischen 100 und 500 USD, je nach Material und Aufwand.

Haben Sie eine Empfehlung bzgl. Schmuck an uns Frauen?

Für mich ist Schmuck ein Teil meiner Persönlichkeit – ich trage immer mehrere Ketten, Ringe und mische meine eigenen Kreationen mit Schmuckstücken anderer Künstler oder einem besonders lieben Stück meiner Oma.

Wir Frauen sollten – wenn passend – immer Schmuck tragen: handgemachte Arbeiten stellen uns als individuelle und kreative Frauen dar und unterstreichen unseren eigenen Stil. Damit unterscheiden wir uns von der Masse.

 

Lillstreet Art Center, Chicago

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Das Art Center an der North Ravenswood Ave. in Chicago wurde 1975 gegründet und bietet Künstler der verschiedensten Richtungen Ateliers und Schulungsräume. Neben der kreativen Arbeit bieten die Künstler auch Kurse für Kinder und Erwachsene und führen regelmässig besondere Aktionen wie Austellungen und Events durch. Die vielen Künstler unter einem Dach schaffen eine ganz besondere Atmosphäre, die einen sofort ansteckt.

Ein Besuch der Website unter www.lillstreet.com gibt einen Einblick in das breite Spektrum dieses Kraftortes des Kunsthandwerks! 

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*) sea glass sind Glassscherben, welche an den Strand gespühlt werden und welche durch den Einfluss von Sand und Salzwasser eine ganz eigene Oberfläche erhalten haben.

 

 

 

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