Unser Hirn und das Stricken

3. 4. 2014 Blogs von ansalia.ch

Gute Nachricht, nicht nur für alle ansalia-Produzenten, sondern für alle kreativen Menschen:

"Kreative Tätigkeiten – egal ob Kunst, Musizieren, Kochen, Patchwork, Nähen, Malen, Fotografieren oder Kuchen-Dekorieren – tut uns Menschen gut und wir profitieren davon in vielerlei Hinsicht", sagt die klinische Neuropsychologin Catherine Carey Levisay mit Bezug auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

Gemäss Experten hilft Kunsthandwerk Menschen mit Angstzuständen, Depressionen oder chronischen Schmerzen. Es erhöht das Glücksgefühl, befreit von Stress und kann sogar unser Hirn von den Folgen des Alterungsprozesses schützen.

Zwar wurde noch wenig spezifische Forschung über das Kunstschaffen durchgeführt, aber Neurowissenschafter vermuten, dass man Resultate aus Studien über kognitive Aktivitäten, wie z.B. Kreuzworträtsel-Lösen auch beispielsweise auf Patchwork-machen übertragen könnte.

Haben Sie sich beim kreativen Schaffen auch schon plötzlich gefühlt, als ob sie in eine eigene Welt eingetaucht sind und alles rund um sich vergessen haben? Der Psychologe Mihaly Csikszentmihaliy erklärt, dass dies damit zusammenhängt, dass unser Nervensystem nur eine begrenzte Menge an Informationen gleichzeitig verarbeiten kann. Deswegen können wir nicht folgen, wenn uns zwei Menschen gleichzeitig etwas sagen. Wenn sich ein Mensch in eine kreative Tätigkeit vertieft, wird seine Existenz ausserhalb dieser Aktivität „vorübergehend ausser Kraft gesetzt“.


Unser Körper befindet sich dauerhaft unter einem gewissen Mass an gesundem Stress. Diese sog. „fight or flight“ (kämpfen oder fliehen) Reaktion von unserem Organismus ist evolutionsbedingt und ermöglicht uns das Überleben. Gemäss der Beschäftigungstherapeutin Victoria Schindler aktivieren beispielsweise die sich wiederholenden Bewegungen beim Stricken unser parasympathisches Nervensystem. Das führt wiederum dazu, dass die von Stress ausgelöste Reaktion unseres Körpers beruhigt wird. Stricken oder andere kreative Tätigkeiten bietet also eine nichtpharmazeutische Alternative der Regulation von starken Emotionen, wie 2007 von Schindler und Gutman publiziert wurde.

Das Gute-Laune-Mittel, das jeder von uns im Körper hat, heisst Dopamin. Es wird vom sog.  Belohnungszentrum in unserem Hirn freigesetzt, wenn man etwas Angenehmes macht oder fühlt. Es wird aber auch dann freigesetzt, wenn wir Glas malen oder einen Kuchen dekorieren. Es geht aber noch weiter: es wird auch dann ausgeschüttet, wenn wir unser fertiges Werk anschauen oder Lob dafür ernten! "Dopamin ist unser natürliches Antidepressivum", sagt Levisay.

Es gibt eine Studie mit über 3'500 Strickern, bei der 81% der depressiven Teilnehmern berichtet haben, dass sie sich nach dem Stricken glücklich oder gar sehr glücklich fühlten.

Also nichts wie los an die Nadeln, unserem Hirn zuliebe!

Für Sie entdeckt am KSAT.com (engl. Original This is your brain on knitting by Jaque Willson CNN)

Aus dem Englischem übersetzt und gekürzt von Katerina Nett 

Kommentare
TeTaKu9. 6. 2018
10:36
TeTaKu

Auch für mich ist die Kreativität lebenswichtig. Ein paar Tage ohne, fühle ich mich schon unausgeglichen. Es fehlt einfach etwas!

NatureInYourHands7. 4. 2014
09:57
NatureInYourHands

Genau so ist es!

orelie4. 4. 2014
10:39
orelie

Kreative Tätigkeiten ,kann ich nur bestens empfehlen !! :-)

strickARTspitze4. 4. 2014
09:33
strickARTspitze

Oh ja, ich kann das bestätigen! Das Stricken hat mir jahrelang ein wenig Ausgleich und Ablenkung von der schweren Zeit während den vielen Operationen und langen Spitalaufenthalten meiner Tochter gegeben. Dies war auch verbunden mit jahrelanger Pflege zu Hause. Ich habe die Wirkung auch in meinem Profil erwähnt...

brokkoletti3. 4. 2014
23:36
brokkoletti

Danke für den aufschlussreichen Artikel!

allround3. 4. 2014
21:21
allround

jaaaa! wusst ichs doch: kreativ sein tut mir gut! :D

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